Tag Sechzehn. The Boys are back in town!!!

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### mit einer Woche Verzögerung nun der Beitrag zur letzten Etappe dieser Tour! ###

Kann man eigentlich nie auf diesen Heimbacher Campingplatz kommen, ohne bei der Abfahrt wegen irgendetwas angeranzt zu werden? Dieses Mal gab es aber ausnahmsweise keinen Ärger wegen Störens der Nachtruhe. Da haben die Kölner wohl eher Anlass zu gegeben…

Nachts hat es geregnet und auch nach dem Frühstück und dem Duschen zog noch ein kleines Gewitter über den Platz. Eher erfrischend aber trotzdem war das Zelt nass. Aus diesem Grund warteten wir mit dem Einpacken noch eine Weile, sodass wir um kurz nach Eins mit gepackten Rollern aufbrechen konnten um die Rechnung für den Zeltplatz zu begleichen und endlich nach Hause zu kommen.

Der Betreiber saß, wie sollte es auch anders sein, wieder mürrisch in seiner Bude und hat sich bestimmt schon den ganzen Tag überlegt, womit er uns diesmal wieder einen reindrücken kann. Zum Glück sind wir während der Mittagspause mit den Rollern zur Rezeption gefahren und haben natürlich das Zeitfenster zum Bezahlen am Abreisetag (???) deutlich überschritten. Da gab es natürlich Grund genug zum Stänkern.

Inzwischen erkenne ich sein Verhalten aber nicht als Böswilligkeit an sondern eher als Persönlichkeitszug. Vielleicht kann er einfach nicht anders. Der Platz ist trotz dieser regelmäßigen Maßregelungen der beste in der Gegend und wir kommen garantiert wieder her. Beim nächsten Mal mit Sicherheit auch wieder bewaffnet mit einer vernünftigen Anlage, um auf angemessene Art und Weise Nacht- und Mittagsruhe zu stören. Ist bestimmt wirkungsvoller, als mit Rollern in Schrittgeschwindigkeit über den Platz zu tuckern.

Whatever. Bezahlt, verabschiedet und fröhlich lächelnd den nächsten Besuch angekündigt. Auf die Karren und an der Rur entlang Richtung Heimat. In Nideggen haben wir noch gemütlich einen Kaffee im Ratskeller geschlürft um nicht zu früh in Neuss zu sein. Liebe Grüße an diese Stelle und Viel Spaß bei der Italienreise mit dem Motorrad!

Bald darauf waren wir wieder auf der Straße und kamen für deutsche Verhältnisse sehr zügig voran. Auf der B477 passierten Wir die Stelle, an der ich selbst vor einiger Zeit mit meiner Vespa in anderer Fahrtrichtung ohne Zündfunken liegen geblieben bin pannenfrei.

Um halb fünf etwa kamen wir in Delhoven bei Babs an, Wo ein Haufen Leute auf uns wartete und Jubelnd in Empfang nahm!

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Der Auftakt für die geilste Willkommensparty!

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Vor Ort gab es dann neben einer Sektdusche die schönste Wasserschlacht des Jahres gefolgt von einer „The Boys are back in town- Party“ bis in die tiefe Nacht!

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Die Gewinnerfahrzeuge dürfen sich endlich verdient ausruhen!

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Klitschnass aber glücklich!

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Danke an alle, die mitgemacht haben und an der Vorbereitung beteiligt waren! Es war ein fantastischer Empfang und ein absolut gelungener Abschluss für eine sehr schöne Urlaubstour. Ich hoffe, es senden mir noch einige Leute Bilder von der Party oder der Reise zu, die ich später noch an entscprechender Stelle einpflegen kann.

 

Mein persönliche Fazit dieser Reise:

Für diese Entfernung muss definitiv mehr Zeit eingeplant werden. Die erlebten Pannen müssen beim näxten Mal einfach besser mit einkalkuliert werden. Zwar sind wir an unserem „Ziel“ angekommen und wieder heil nach Hause aber leider hat sich das „Viel sehen“ eher in „An viel vorbeifahren“ verdeutlicht. Der Lago d’Iseo und der Lago di Tenno sollten näher in den Fokus rücken. Schönere Gegend, weniger Tourismus!Wir haben zum Glück nicht alles an Ersatzteilen gebraucht, was wir dabei hatten aber wer weiß, was noch hätte kaputt gehen können.

Die Fahrt war eine der besten Erfahrungen und ich bin froh, dass ich diese mit meinem lieben Bruder Erik und meinem lieben Freund und Bruder im Geiste, Norman teilen durfte!

Und lasset euch sagen, dies wird nicht die letzte Reise in Blech gewesen sein!

 

Neues aus dem Fotolabor

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So, nun melde auch ich mich mal zu Wort.

Ich habe die Filme entwickeln lassen und kann nach und nach ein paar Aufnahmen von der Tour hinzufügen. Sind nicht besonders viele und auch nicht besonders tolle Bilder bei rumgekommen, aber ein paar Momente sind dabei, die ich mit gutem Gewissen an die Öffentlichkeit weitergeben kann.

Hier also die erste kleine Fotosammlung. Ist recht wild durchmischt, aber gut um die Reise Revue passieren lassen zu können. Wir haben ja doch eine ganze Menge gesehen, oft im Vorbeifahren, über- und unterfahren. Viele Tunnels, viele Berge und so weiter. Schaut es euch einfach an.

 

Der letzte Pass vorerst.

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Das Foto zeigt eine perfekt bepackte Spezial auf dem Weg zum Stilfser Joch. Nach langer Planung, dem Entwerfen mehrerer Packlisten, der Durchführung unzähliger Belastungstests kam diese Lösung heraus, die ich allen gern ans Herz legen möchte und nur weiterempfehlen kann. Kleine Malheurs waren zu beklagen, aber darüber wird nicht gesprochen. Tadellos!

 

Darf ich vorstellen: Herr Schneider.

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Das war der mit Abstand schönste Ort um ein Zelt aufzuschlagen. Nicht Philips wunderschönes Gesicht. Nein, der kleine Ort mitten in den Schweizer Alpen. Teuer Essen und so weiter, egal… Es war traumhaft schön. Philips Gesicht auch, aber die Schweiz ist gemeint.

 

Darf ich vorstellen: Herr Kamp.

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Ein weiteres schönes Gesicht. Bier gab es übrigens, hier Normans Körpergröße proportional angepasst, in großen Kannen.

 

Eine weitere Notoperation.

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Was hier so aussieht wie eine Notoperation ist Kamp’sche Routine. Der Typ kann aus Scheiße Gold machen. Und dazu braucht er nicht mehr als Tape, Kabel, Kabelbinder und Berner. MacGyver zahlt sich früher oder später doch aus.

 

Riva del Garda

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Nichts hinzuzufügen. Italienisches Blech in Italien.

 

Stilfser Joch.

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Urlaubsfoto. Schön. Kann man machen.

 

„Irgendein“ Pass.

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Noch so ein Pass.

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Und die Meute, die das Besteigen nur müde belächelt. Nur eine weitere Gebirgskette.

 

Das wars erst mal von mir. Schön war et gewesen. Auch wenn zeitweise anstrengend, und bei 15-20 kmh etwas zermürbend, war es sehr schön. Hätte gern etwas mehr Zeit mitgebracht. Der eingefahrene Stempel der Piaggio Sitzbank wird auf ewig den Raum zwischen meinen Backen zieren.

Tag Fünfzehn. Schon fast zu Hause

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Das Angebot, im alten Wohnwagen zu übernachten, nahm Erik am Morgen in Anspruch, als es zu Tröpfeln anfing.

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Unser Tagesziel heute ist der Campingplatz Heimbach in etwa 100km Entfernung. Von Heimbach nach Neuss sind es noch  einmal etwas über 70km. Zusammen eine Strecke, die durchaus an einem Tag zu meistern wäre aber wir haben uns bewusst dazu entschieden, die letzten Zwei Tage zur Entspannung zu splitten und zu unserer Ankunft eher Ausgeruht und in Feierlaune als abgekämpft und total verschwitzt anzukommen.

Das Ding mit dem Roadbook hat gestern super funktioniert, kann man also beibehalten. Hier sind Straßen und Orte ja schon fast alte Bekannte.

Zum Frühstück gab es von Familie Holland einen heißen Kaffee/ Tee und die Möglichkeit, uns in ihrem Bad ein wenig frisch zu machen.

Vielen Dank nochmal für eure Gastfreundschaft! Ihr seid die besten!

Zu später Stunde machten wir uns auf den Weg und kamen trotz leichten Regens schnell vorwärts. In den Wäldern der Eifel war es dann noch ein letztes Mal nötig, am Straßenrand zu tanken (mit meinem unglaublich langsamen Kanisterschnorchel. Ich glaube, der ist nicht zum Tanken gemacht, sondern um gluckernde und schmatzende Geräusche von sich zu geben. Das hat er zumindest jedes Mal prima hinbekommen.)

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Nach einer halben Ewigkeit konnten wir dann endlich weiterfahren.

Die geplante Vesper am Schwarzen Mann (Leberkäs mit Bratkartoffeln und Spiegelei) musste leider aus Mangel an Bargeld ausfallen. In Schleiden wurde das Wetter schlagartig wieder sommerlich. Wir kehrten zum Mittag in ein kleines, griechisches Restaurant ein und gönnten uns nen ordentlichen Gyrosteller und ein Radler. Auch Klasse 😀

Bald darauf trudelten wir in Heimbach ein und stellten sogleich das Zelt auf. Selbstverständlich nicht ohne am Eingang die obligatorische Belehrung zur Nachtruhe zu bekommen… „Um zehn ist hier Ruhe und eigentlich haben wir das ja nicht so gerne, wenn die Leute nur für eine Nacht her kommen…“ Dann guck dir mal an, was auf eurer Seite zum Thema Kurzurlauber steht…

Egal. Fix zu Edeka und Proviant geholt. Bier, Gin, Tonic, den guten Trapistor

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geiles Zeug! Am Anfang widerlich, dann unverzichtbar!!!!! Und Traditionelles Getränk, sollte man Heimbach besuchen!

 

 

und ach ja und was zum Essen. Wieder zum Platz und das Bier in die Rur geschmissen zum Kühlen und Feuerholz gesucht.

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Diejenigen unter euch, die den Platz kennen, wissen, was das für ein Unterfangen sein kann in diesem Holzlosen Wald am Hang. Außer Zecken gibt es nur morsches Geäst und sonst nix. Also kein Feuer. Dafür Eine Kölner Campinggemeinschaft mit ziemlich fieser und schlechter Tanzschlagermusik bis drei Uhr morgens. So fühlt es sich also an, auf der anderen Seite…

Vielleicht lag es an der guten Luft, vielleicht an dem leckeren Bier oder der beruhigenden Nähe zur Heimat, dass wir relativ früh platt ins Zelt gefallen sind.

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Tag Vierzehn. Zurück nach Deutschland…

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Das Aufladen des Handys in der Nacht hat geholfen, zumindest das Navigationssystem wieder in Betrieb zu nehmen, um ein kleines Roadbook zu schreiben, mit dessen Hilfe wir jenseits von Autobahnen und Schnellstraßen wieder näher Richtung Heimat gelangen konnten.

Also haben wir beim Frühstück fix in die Karte geschaut und eine Route herausgesucht, die uns möglichst auf direktem Weg zu unserem neuen Ziel bringen soll. Bitburg bzw. Weidingen.

Dort haben die Eltern von Janosch, einem meiner Kommilitonen ihr Haus mit einer angrenzenden, großen Wiese, auf der man ein Zelt aufstellen könnte. Janosch veranstaltet dort einmal im Jahr ein kleines Musikfestival, auf dem hauptsächlich Neusser anzutreffen sind 🙂 Erik hat diesem Spektakel schon einmal beigewohnt und dabei auch die Eltern kennen gelernt. Ein kurzer Kontakt mit Janosch hat die Sache schließlich besiegelt und wir durften dort auflaufen und unser Zelt aufstellen.

Die Etappe nach Bitburg würde noch einmal knappe 240km lang werden. Wieder eine harte Etappe, mit einem festen Ziel. Aufgrund der gestrigen Episode haben wir uns dazu entschlossen den heutigen Tag recht früh zu beginnen. Nicht, dass wieder etwas passiert und wir im Dunkeln schrauben müssen. Allerdings hat Norman angemerkt, ab Trier oder Bitburg seien wir im Transit-Radius und können mit technischen Komplikationen entspannter umgehen. Aber wollen wir das wirklich? Natürlich nicht im geringsten!

Um zwanzig nach neun waren wir startklar. so früh wie noch nie zuvor in diesem „Urlaub“.

Mit dem roadbook, einem mit Kuli beschriebenen Zettel, den ich mir mit Gaffa auf das Gepäck klebte, kamen wir ziemlich flott voran. Was allerdings auch an den guten Straßen lag, die uns von Ort zu Ort durch Wälder und über Felder führte. Ohne eine Liste der anzusteuernden Ortsnamen wären wir aber auch hier verloren gewesen.

Irgendwann fiel mein Blick auf Normans Hinterrad, das komischerweise schlimmer eierte als sonst. Ich bedeutete ihm anzuhalten und mal danach zu sehen. Felge gebrochen! Gut, dass er damit nicht weiter gefahren ist. Raus das Teil und den reparierten Reifen dran.

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Habe ich vorher auch noch nie gesehen, sowas… wird einem ganz anders bei. Aber in so einer Umgebung macht es eigentlich schon wieder Spaß:

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Die Weiterfahrt verlief ohne Probleme. Die Grenze war relativ schnell erreicht und in Saarlouis gönnten wir uns eine halbe Stunde Pause mit Picknick im Park an der Bastion.

In Weidingen angekommen beschlossen wir, da es noch hell war, unser Gepäck von den Rollern zu nehmen und einen kleinen Abstecher ins nahe gelegene Luxemburg zu unternehmen. Es lockte wie immer der Supermarkt und kaltes Bier…Eine Prima Idee von Erik, der die Strecke schon einmal gefahren ist. Ohne Gepäck macht so eine Berg- und Talfahrt gleich nochmal soviel Laune! Also ab nach Vianden. Leider hat mein Handy zu diesem Zeitpunkt keinen Pieps mehr von sich gegeben, sodass ich diesen Abstecher nicht fotodokumentarisch beweisen kann.

In Vianden fanden wir zwar keinen Supermarkt aber eine Frittenbude mit niederländischen Spezialitäten und eine Tanke mit gekühltem Bier. Der Weg war super! Für meinen Geschmack etwas zu weit für billiges Bier aber zurück auf der Wiese mit kaltem Bier in der Hand revidierte ich diese Aussage sofort wieder. Einfach nur schön, ohne Gepäck durch diese Gegend zu bügeln!

Zu faul, das Zelt aufzustellen verbrachten wir die Nacht auf den LuMas unter freiem Himmel. Unbezahlbar diese Ruhe. das erste Mal, dass wir nicht neben einem plätschernden Bach, einer Autobahn oder Schnellstraße geschlafen haben oder morgens um halb sechs vom Müllwagen geweckt wurden.

Tag Dreizehn. Die Scheißetappe!

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Immernoch Mulhouse.

Der Tag fängt mit Regen an. Prima Wetter, um sein Zelt zu packen und gut gelaunt in Richtung Norden zu starten.

Sehr spät erst verließen wir den Campingplatz und wollten eigentlich in Richtung Nancy starten, dann weiter über Metz nach Luxemburg und in der Nähe von Trier wieder die Grenze nach Deutschland passieren.

Aber zunächst sollte es uns ins traumhafte Elsass ziehen. Schöne Straßen durch tiefgrüne Waldstücke, die nach dem Regen der Nacht wunderbar dufteten. Aber dann plötzlich wieder Autobahnen, Schnellstraßen und nervige Wegweiser. So mussten wir wieder Umwege machen und auf klitzekleine Straßen ausweichen, kennen wir mittlerweile, haut uns nicht mehr um!

Als wir gemütlich durch ein Dorf an der Elsässer Weinstraße kurvten und ich mir gerade darüber Gedanken machte, dass wir noch keine einzige Reifenpanne hatten, fehlte plötzlich Erik im Rückspiegel. Er stand ein Stück entfernt mit -dreimal dürft ihr raten- einem platten Hinterreifen. schlechtes Karma? Magisches Denken? Oder einfach nur blöder Zufall?!

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Zum Glück verbarg sich unter der Ersatzradabdeckung im Beinschild  tatsächlich ein Ersatzrad, das schnell montiert wurde. Unglücklicherweise  sorgte der Rost am Auspuffflansch für eine abgerissene Schraube und  damit einen nicht mehr ganz dichten Auspuff und einer unnötigen Verlängerung der Pause. Aber auch hier verhalf die  gute, alte Berner Dichtpaste zu einer schallgedämpften Weiterfahrt.

 

 

 

 

Bis nur einige Kilometer weiter:

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Ein zugleich vertrautes und unheilvolles Bild… Ein weiterer gerissener Kupplungszug an Eriks Moped kostete uns wertvolle Zeit, in der wir hätten Kilometer machen können. Merde!

Ein Blick auf die Uhr ließ uns Abstand nehmen von dem Plan, heute noch bis Nancy zu gelangen und wir beschlossen, möglichst bald einen Supermarkt aufzusuchen und für Frühstück und Abendessen zu sorgen bevor der nächstbeste Campingplatz angesteuert wurde. Außerdem klagte Erik über ein Kreischen aus der Gegend des Getriebes, das immer lauter wird, Klackern im Leerlauf und schlechtes Fahrverhalten. Um das Risiko von Folgeschäden zu minimieren, beschlossen wir den allernächsten Campingplatz anzufahren und sofort, noch bei Tageslicht, Eriks Motor zu öffnen und nach der Kupplung zu sehen.

Die geplanten 200km mit einem angenehmen Abend in der wunderschönen Stadt Nancy reduzierten sich auf eine Tagesstrecke von knapp 134km, einen Zwischenstop in der weltbekannten Stadt Baccarat und einen Reizarmen Abend auf dem wohl kleinsten Campingplatz der Welt. Immerhin kostete uns die Übernachtung nur etwa 12€, für drei Personen, drei Roller und ein Zelt. Und lecker warme Duschen für lau!

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Moped auf, Kupplung raus. Die war zum Glück nicht aufgegangen und tat ihren dienst wie sie sollte. Einzig die Mutter des Primärritzels hatte sich gelöst, blieb aber dank der Sicherungsscheibe an ihrem Platz. Trotzdem musste sie wieder angezogen und neu gesichert werden, da zwischen dem Ritzel und der Kurbelwelle Spiel herrschte. Keine gute Sache das. Leider hatten wir keine neuen Sicherungsscheiben dabei. Die alte muss bis Neuss halten! Bleibt die Frage, warum das Ritzel locker war… Das Klackern des Motors bei niedrigen Drehzahlen blieb auch nach dem Zusammensetzen hörbar und lässt ein defektes Kurbelwellenlager vermuten. durch die entstehende Unwucht könnte sich die Mutter am Ritzel gelöst haben. Muss bis Neuss halten!!

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Der Platte Reifen wurde bei dieser Gelegenheit auch mit einem neuen Schlauch versehen und Einbaufertig vorbereitet, was uns vielleicht noch nützen sollte…

Dann wieder das übliche: Elektrogeräte an der Steckdose im Klo einigermaßen aufgeladen, Bier, Baguette, Wasserrauschen und ab ins Bett. So wenig wie heute haben wir in diesem Urlaub bisher noch selten gesehen. Aber lieber rasten und nachsehen, was kaputt sien könnte als weiterfahren, bis es völlig zerstört ist und man sich ärgert, weil es zu verhindern gewesen wäre. Es muss einfach bis Neuss halten!!!

Tag Zwölf. wir haben den Mulhouse Blues.

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Die Nacht war angenehm. Nicht zu warm, keine störenden Mücken oder anderes Getier.

Vor dem Frühstück mit den Rollern zum „Super U“ um einzukaufen. Heute lassen wir es uns gut gehen. Dosenbier, Whiskey-Cola, Grillfleisch, Merguez, Salat,  Gambas und natürlich Rilette.

Sagte ich „kein Getier“? Ich meinte kein Getier außer der Wespe, die mich auf dem Weg vom Einkaufen zurück zum Platz in die Achselhöhle gestochen hat… Dank Claudis und Mückes Anti-Venom-Set konnte ich mir aber flux das gefährliche Nervengift aus dem Stich saugen, ohne dass meine linke Körperhälfte (noch mehr) anschwillt.

Alles in allem wurde es ein gemütlicher Tag, wie er sein sollte. Mit Dosenbier im Pool dümpeln, Mittagsschlaf halten und einfach nur mal rumgammeln. hatten wir auf dieser Tour das letzte Mal am Bodensee. Man, das ist verdammt lange her. Zumindest fühlt es sich so an. War ja erst letzte Woche…

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Und endlich mal wieder Wäsche waschen! Ihr wollt gar nicht wissen, wie drei Kerle auf so einer Fahrt riechen. Trotz duschen, Deo und Rei in der Tube.

um den Platz herum wabern weit entfernt kleine Gewitter, die uns aber nicht zu nahe kommen. Mal sehen, wie lange es so bleibt. Eine Weitere Nacht steht uns bevor auf einem Platz mit einem Betreiber, der in seiner Jugend offenbar seinen Lebensunterhalt als Kirmesboxer verdient hat.

Tag Elf. 320 km fast forward durch die Schweiz!

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Der Tag beginnt schleppend. Die Tour kriecht langsam in die Knochen und erste Anzeichen von fehlender Motivation machen sich bemerkbar. Was uns antreibt sind die hohen Preise der Schweiz… Drei Euro für einen Kaffee sind schon eine Hausnummer, nur um ein Beispiel zu nennen. Also nicht wie raus hier.
Das Wetter allerdings spielt wieder mit, so dass wir die Regenkleidung im Handschuhfach lassen können. Vielmehr stieg die Temperatur auf über 35°C und ließ förmlich das Wasser in den Stiefeln steigen.
Unsere Hoffnung sind die Schweizer Landstraßen, die fast überall parallel entlang der Autobahnen verlaufen und auf denen man verdammt schnell vorwärts kommt.
In Chur gab es nach dem Tanken erstmal ein reichhaltiges Frühstück von McDonalds und dann nur noch geradeaus in Richtung Basel, Nordwesten.
Es wurde quasi nur zum Tanken angehalten, ab und zu mal um auf die Karte zu schauen oder einen letzten Blick auf die Alpen zu werfen, die wir nun endgültig hinter uns lassen, nachdem wir sie bezwungen haben. zwei Mal!

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In Basel machten wir kurz vor der Grenze noch eine kleine Verschnaufpause. Die Schweizer wollten aber unser Geld nicht haben, also sind wir durstig und überhitzt weiter gefahren.

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Die Grenze kam um kurz vor Acht in Sicht.

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Als wir in Frankreich landeten, wurde es langsam dunkel und alle Supermärkte hatten schon geschlossen.
Das zweitwichtigste Ziel sollte dennoch der Campingplatz sein. Die Camping- App empfahl uns einen Platz in Mulhouse. Noch knappe 30 km zu fahren.

Das Problem: Alle Kanister leer, alle Tanken geschlossen und Erik schon auf Reserve… Aber wer noch nie im Dunkeln in der Pampa einen Tank- zu- Tank- Gemisch- Transfer vollzogen hat und dabei übelst von klumpigen Maikäfern attackiert wurde, hat noch nicht gelebt!

Ankunft kurz vor zehn, Erik mit dem letzten Milliliter Sprit – Perfekt! Der Platzwart begrüßte uns mit den Worten „You should buy a watch!“ und wollte uns zuerst nicht mehr auf den Platz lassen. Als ob sich die Betreiber das heute noch erlauben können, Menschen abzuweisen, wenn der Platz fast leer ist. Die sollten sich über jeden freuen, der seine Dackelgarage aufstellen will, egal wann man ankommt.
Trotz aller französischer Floskeldrescherei durften wir finalement unser Zelt aufstellen; und zwar auf dem Logenplatz vis-a-vis zur Rezeption. Wie auch immer. Ich wäre auch mürrisch, müsste ich in einem rosa Haus arbeiten…

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Der Hunger treibt uns in die Stadt… sehr schöne Gegend! Durch Chorweiler Nord kamen wir, vorbei am Straßenstrich, ins historische Stadtzentrum, in dem nichts los war außer zwielichtiger Gestalten, die vermutlich mit zwielichtigen Dingen beschäftigt waren. In einer Tapas- Bar durften wir ein großes Bier trinken aber schnell, weil sie bald schließen wollen. Wo wir etwas zu essen kriegen könnten, wusste die Kellnerin leider auch nicht. Zu lange wollten wir nicht mehr suchen und so haben wir uns auf den Weg zurück gemacht und unsere Reste verarbeitet. Knäckebrot, Tomaten, Zucchini, Oliven, Studentenfutter… Vielseitiges Abendessen aber nach so einem Tag schmeckt einfach alles!
Morgen fahren wir nur zum Einkaufen und machen ansonsten nichts!